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Weltflüchtlingstag: IKEA Schweiz veröffentlicht Erkenntnisse aus ihrem «Refugee Inclusion Programme»

Spreitenbach - 19-6-2017 | Unternehmen

2016 lancierte IKEA Schweiz ihr «Refugee Inclusion Programme», das Flüchtlingen die Möglichkeit gibt, ein sechsmonatiges Praktikum zu absolvieren. Bisher haben 36 Flüchtlinge aus über zwölf Ländern in den neun IKEA Einrichtungshäusern in der Schweiz an diesem Programm teilgenommen. Heute veröffentlicht IKEA ein 34-seitiges Dokument, in dem das «Refugee Inclusion Programme» vorgestellt und erklärt wird. Das Dokument ist in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch erhältlich und befasst sich mit den Themen Beschäftigung und Asylwesen in der Schweiz. Der Zweck dieses «Toolkits» ist es, die von IKEA gemachten Erfahrungen mit anderen Unternehmen, Institutionen und Organisationen zu teilen und Informationen zu vermitteln, wie Flüchtlinge in der Arbeitsumgebung eines Unternehmens integriert werden können, damit diese zu einem wertvollen Teil für das Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes werden können.

Roxana Schwartz, Projektleiterin IKEA Refugee Inclusion Programme, meint dazu:

«Nachdem wir von vielen Unternehmen und Organisationen Anfragen zu unserem Refugee Inclusion Programme und seiner Umsetzung erhalten hatten, kam uns die Idee, dieses Toolkit zu schaffen, um unsere Erfahrungen mit allen interessierten Unternehmen und Organisationen teilen zu können.»
Das Toolkit ist ein Handbuch im PDF-Format und enthält die Erkenntnisse aus dem Refugee Inclusion Programme. Es soll anderen Unternehmen und Organisationen als Hilfe dienen, diese Ideen in ihre eigene Alltagspraxis umzusetzen. Im ersten Teil des Toolkits geht es um die Art der Beschäftigung und um das Asylwesen in der Schweiz. Im zweiten Teil wird am Beispiel des Refugee Inclusion Programme von IKEA erklärt, wie ein Flüchtlingsintegrationsprogramm in die Praxis umgesetzt werden kann. Hier gibt es alles – von einfachen Tipps bis zu anspruchsvolleren Anforderungen. Im letzten Teil werden die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Refugee Inclusion Programme analysiert.

 

Schlüsselerkenntnisse aus dem Refugee Inclusion Programme im Toolkit erläutert

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Das Team von Roxana Schwartz identifizierte den Einbezug des Topmanagements als einen der Schlüsselerfolgsfaktoren. Simona Scarpaleggia, CEO IKEA Schweiz, erklärt:

«Wir erkannten, wie wichtig es für unsere Leute in Schlüsselpositionen ist, dieses Projekt zu unterstützen und zu fördern, aber auch, dass wir unseren Mitarbeitenden immer wieder die IKEA Werte in Erinnerung rufen sollten.»

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus dem Projekt: Eine enge Zusammenarbeit mit Behörden, Partnerorganisationen und dem Migrationsamt ist von Vorteil, denn sie verfügen über Ressourcen und Erfahrung bezüglich der Machbarkeit des Programms und bieten Unterstützung in der Auswahl der geeignetsten Kandidaten für ein Praktikum. Sie erleichtern auch die Ausfertigung der Arbeitsbewilligungen und Arbeitsverträge.

Der dritte Schlüsselfaktor für den Erfolg des Programms ist die interkulturelle Schulung der Flüchtlinge und der Mitarbeitenden. Die Bedeutung eines besseren Verständnisses der kulturellen Unterschiede und des Überwindens von Vorurteilen kann nicht genug betont werden. Dies wurde auch von den Praktikanten und den IKEA Mitarbeitenden als sehr hilfreich bezeichnet.

Was ist das Refugee Inclusion Programme?
Unter dem Refugee Inclusion Programme beschäftigt jedes IKEA Einrichtungshaus in der Schweiz seit Sommer 2016 zweimal im Jahr je zwei Flüchtlinge mit einem bezahlten Praktikum von sechs Monaten. Zusätzlich erhalten die Praktikanten und die IKEA Mitarbeitenden eine interkulturelle Schulung.

Der Hintergrund zu dieser Initiative von IKEA war die Situation, dass sich ab 2015 ein beispielloser Flüchtlingsstrom nach Europa bewegte. IKEA Schweiz startete ein Brainstorming darüber, wie diesen Flüchtlingen geholfen werden könnte. So entstand das Refugee Inclusion Programme als Ergebnis der laufenden Gespräche zwischen IKEA und den Behörden. Anders als erwartet ging es in der Schweiz nicht in erster Linie um Nothilfe. Ein weitaus grösseres Anliegen war die Integration der Flüchtlinge in die Arbeitswelt. Und so war das Angebot von IKEA, gewissen Flüchtlingen ein Praktikum zu ermöglichen, ein Beitrag zur Lösung der Flüchtlingskrise.

Alle neun IKEA Einrichtungshäuser in der Schweiz in den Kantonen Zürich, Tessin, Luzern, Bern, St. Gallen, Aargau, Basel-Landschaft, Waadt und Genf haben das Refugee Inclusion Programme umgesetzt. Das Pilotprojekt für das Programm wurde im Mai 2016 in Spreitenbach im Kanton Aargau durchgeführt. Da es so erfolgreich war, wurde es einen Monat später und somit fast gleichzeitig in den anderen acht Einrichtungshäusern umgesetzt.

Über die nächsten drei Jahre hinweg werden etwa 110 Flüchtlinge ihre sechsmonatigen Praktika absolviert haben. Im letzten Teil des Toolkits steht: «Das IKEA Refugee Inclusion Programme hat sich zu einer positiven Erfahrung entwickelt.» Bis jetzt wurden sechs Flüchtlinge angestellt, die für feste Stellen bei IKEA vorgesehen sind. Nach ihrem Praktikum werden sie eingeladen, sich regulär für eine Stelle bei IKEA zu bewerben, und sie verfügen dadurch auch über einen Schweizer Arbeitgeber, den sie später als Referenz für eine Bewerbung bei einem anderen Schweizer Unternehmen anführen können. Allseits wurde berichtet, dass die Praktikanten zu wichtigen Mitgliedern ihrer Teams geworden sind und wertvollen Beiträge leisten konnten. Sowohl die Flüchtlinge als auch die Mitarbeitenden sagten, dass sie für diese Gelegenheit dankbar waren und viel über kulturelle Ähnlichkeiten und Unterschiede lernen konnten.

Hier können Sie das PDF des Refugee Toolkit downloaden:
> Deutsch
> Englisch

Foto Header: Corriere del Ticino/Chiara Zocchetti
Der junge Mann auf dem Foto heisst Redae. Nach Abschluss seines Praktikums hat er eine Festanstellung bei IKEA in Grancia erhalten.

PR Manager IKEA Schweiz

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