IKEA richtet kinderfreundliche Räume ein: Mehr Schutz für Kinder in Schweizer Asylunterkünften

Spreitenbach - 19-11-2018 | Nachhaltigkeit, Unternehmen
  • 20. November 2018: Internationaler Kinderrechtstag 2018
Rund 40 Prozent aller Asylgesuche in der Schweiz stammen von Kindern und minderjährigen Jugendlichen. Diese benötigen in Gemeinschaftsunterkünften besonderen Schutz und Unterstützung. IKEA Schweiz hat deshalb die Kinderrechtsorganisation Save the Children planerisch und finanziell dabei unterstützt, kinderfreundliche Räume in Asylunterkünften einzurichten. Mit Hilfe von insgesamt 48 Mitarbeitenden hat IKEA in Zürich, Lugano und Bern fünf Räume mit Spielsachen und Möbeln ausgestattet, damit Kinder auch in schwierigen Situationen ihr Kindsein ausleben können.

 

Die Auswertung der Schweizer Asylstatistik 2017 durch Save the Children spricht eine klare Sprache: Letztes Jahr stammten 39 Prozent der Asylgesuche von Minderjährigen. Zwei Drittel davon betrafen Kinder unter 6 Jahren. Ein Drittel betrafen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren. 733 der Kinder und Jugendlichen, welche ein Gesuch um Asyl stellten, kamen ohne Begleitung von Erwachsenen in die Schweiz. Das jüngste von ihnen war 4 Jahre alt. Die meisten dieser Kinder bleiben längerfristig in der Schweiz – 80% der Minderjährigen erhielten letztes Jahr dann auch tatsächlich Asyl.

«Viele geflüchtete Kinder haben in ihrem Herkunftsland – 2017 waren dies vor allem Eritrea, Syrien, Afghanistan, Somalia und Irak – oder auf der Flucht, Erschütterndes erlebt, wurden vernachlässigt oder haben Gewalt erfahren. Sie benötigen Unterstützung, um ihre oft schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Somit gehören in Schweizer Asylunterkünften Kinder zu den verletzlichsten Personen und benötigen besonderen Schutz durch geeignete Strukturen und angemessene Betreuung. Das Leben in Kollektivunterkünften ist für Kinder belastend und setzt sie Schutzrisiken wie sexuellen Übergriffen und Gewaltanwendung aus. Kinder- und jugendfreundliche Räume sind deshalb von grosser Bedeutung. In geschützten Räumen, betreut von qualifiziertem Personal, erfahren die Kinder und Jugendlichen Stabilität und ihre Bewältigungskapazitäten werden gestärkt», sagt Larissa Mettler, Direktorin Nationale Programme von Save the Children Schweiz.

 

Einrichtung von kinderfreundlichen Räumen

IKEA unterstützt Save the Children bei der Einrichtung von kinderfreundlichen Räumen und ermöglicht massgeblich ihre Programmarbeit zur Unterstützung von Flüchtlingskindern. Im Rahmen eines Pilotprojekts betrieb die Kinderrechtsorganisation Save the Children Schweiz von September 2017 bis August 2018 einen kinderfreundlichen Raum im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) in Bern. Bereits 2016 wurden solche kinderfreundlichen Räume im EVZ in Kreuzlingen sowie im temporären kantonalen Übergangszentrum Halle 9 in Zürich-Oerlikon eröffnet. Insgesamt nahmen rund 1’000 Kinder an den Aktivitäten in den kinder- und jugendfreundlichen Räumen in Bern, Kreuzlingen und Zürich teil. IKEA Schweiz unterstützte Save the Children sowohl bei der Einrichtung, als auch der Finanzierung massgeblich und verteilte unter anderem rund 400 Rucksäcke mit Spielsachen an Kinder.

«Für die 48 Mitarbeitenden aus den Einrichtungshäusern Spreitenbach, Lyssach und Lugano Grancia war die Unterstützung von Save the Children eine grossartige Erfahrung, die ganz im Einklang mit der Vision von IKEA steht: für viele Menschen einen besseren Alltag zu schaffen», sagt Roxana Schwartz, Projektleiterin Nachhaltigkeit bei IKEA Schweiz.

Larissa Mettler, Direktorin Nationale Programme von Save the Children Schweiz, erklärt:

«Ein kindgerechtes, entwicklungsförderndes Angebot und ein verlässlicher Ablauf vermittelt Kindern eine gewisse Sicherheit und Normalität in einem für sie oft ungewissen Alltag. Sie erhalten Erholungsmöglichkeiten, um psychosozialen Stress abzubauen und eigene Bewältigungsmechanismen zur Stabilisierung der emotionalen Verfassung zu entwickeln.»

Ömer Güven, Geschäftsführer von Save the Children Schweiz, kommentiert:

«Die Auswertung unseres Programms für unbegleitete und begleitete Kinder und der dazugehörigen fachlichen Beratung zeigt, dass wir mit diesem Projekt wichtige Ziele erreicht haben. Ohne die Unterstützung von IKEA wäre das kaum möglich gewesen. Gemeinsam trugen wir dazu bei, dass Gemeinschaftsunterkünfte kinderfreundlicher wurden – wie es der UN-Kinderrechtsausschuss von der Schweiz verlangt. Zudem sensibilisierten wir die Mitarbeitenden in den Asylzentren durch Weiterbildungen für die spezifischen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.»

Ömer Güven ergänzt:

«Vor allem bei Kindern im Vorschulalter ist eine spezifische Unterstützung in Form von frühkindlicher Förderung essenziell. Nicht nur als Voraussetzung für die bestmögliche Entwicklung, sondern auch für die Senkung von Folgekosten für die Schweiz. Die meisten asylsuchenden Kinder bleiben längerfristig in der Schweiz, sodass eine altersgerechte Förderung bereits in den Asylzentren von grosser Bedeutung ist. Es ermöglicht eine gute künftige Integration, einen möglichst leichten Schuleintritt und späteren Eintritt ins Berufsleben.»
Zusammenarbeit zwischen IKEA Foundation und Save the Children

Weltweit arbeitet die IKEA Foundation seit 20 Jahren mit Save the Children zusammen. In den letzten 20 Jahren haben Save the Children und IKEA gemeinsam die Lebensbedingungen von rund 10 Millionen Kindern verbessert. In der Schweiz arbeitet die IKEA Schweiz AG seit 2011 mit Save the Children zusammen.

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